"Und er rief die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten." (Markus 8,34-35)
Oder an anderer Stelle, noch etwas deutlicher:
"Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. (Lukas 14,27)
Oder:
"So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat." (Lukas 14,33)
Was meint der Herr damit?
Wer zum Tod am Kreuz verurteilt war, der trug den Querbalken, das "patibulum" (lat.) selbst zur Hinrichtungsstätte. Und so ist das hier gemeint! Sein Kreuz auf sich zu nehmen heißt nicht, "ich füge mich geduldig in mein Schicksal, und nehme mein Kreuz auf mich, dass ich eine schlechte Arbeitsstelle oder eine schlimme Krankheit habe". Das ist hier nicht gemeint!
Sondern "mein Kreuz auf mich nehmen" heißt: Ich gebe mein selbstbestimmtes Leben in den Tod! Ich gebe mein Selbstbestimmungsrecht ab! Ich versuche, dass mein dickes Ego dran glauben muss! Und ich trete das Eigentumsrecht für mein Leben an Jesus ab!
Das ist hier gemeint mit "mein Kreuz auf mich nehmen": Ich gebe mein selbstbestimmtes Leben in den Tod.
Ich weiß zwar, dass ich immer wieder hochkommen werde mit meinem Ego, aber ich bitte Jesus trotzdem: DAS soll die bestimmende Richtung meines Lebens sein.
In Markus 8,35 wird erklärt, warum das so wichtig ist:
"Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten."
Das meint hier: wer sein altes, stolzes, selbstbestimmtes, irdisches, egoistisches Leben um jeden Preis erhalten will, der wird es ganz verlieren. Nämlich in der ewigen Verdammnis. Wer sein altes dickes Ich mit durchschleppen will, der wird scheitern. Er wird's verlieren. Aber! Wer bereit ist, sein Leben heute zu verlieren, nämlich an Jesus, wer bereit ist zu sagen: "Jesus, du sollst mein Chef sein! Ich werde wohl ein schwieriger Arbeitnehmer werden, aber ich will trotzdem, dass du mein Chef bist", für den gilt: "er wird sein Leben verlieren um meintewillen, und um des Evangeliums willen, aber er wird es erhalten".
Sei eigenwilliges Leben aufgeben, um es an Jesus abzugeben, das führt zum Erhalt des Lebens. Das ist die entscheidende Frage, die Jesus uns stellt: Selbsthingabe an Ihn oder Selbstbestimmung! Dazwischen gibt es keinen dritten Weg! Billiger ist Christsein nicht zu haben.
(frei zitiert nach Dr. Wolfgang Nestvogel, Quelle: https://predigten.beg-hannover.de/?name=2020-07-05_markus_1-16__w_nestvogel.mp3)