Neulich las ich im Markusevangelium, dass Gott sich schämen kann!
Wie kann das denn sein? Schämt man sich nicht, wenn man etwas "ausgefressen" hat? Kinder tun das jedenfalls noch. Erwachsene haben ihre Gewissen oft schon so betäubt, dass sie sich hier und da nicht mehr schämen, wenn sie etwas Falsches getan haben.
Es muss aber nichtmal was Böses sein, auch schlicht peinliche Situationen können uns die Schamesröte ins Gesicht treiben. Ich musste mal als junger Mensch auf einer Bühne etwas vorsingen und habe an einer Stelle den Text vergessen. Sehr peinlich! Was habe ich mich geschämt!
Man schämt sich also, wenn etwas Unangenehmes, Peinliches aufgedeckt wird. Das kann ein falsches Verhalten sein, was von Anderen sanktioniert würde wenn es entdeckt wird. Das kann aber auch einfach nur irgendeine persönliche Schwäche sein, wie das meines schwachen Gedächtnisses beim Vorsingen.
Aber das alles passt doch nicht zu Gott. Er ist doch vollkommen. Bei ihm gibt es nichts, was im aufgedeckten Zustand peinlich oder unangenehm sein könnte.
Und doch gibt es eine Situation, da schämt er sich tatsächlich! Der Herr Jesus erklärte das so: „Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.“ (Markus 8,38)
Gott schämt sich nicht, wie wir Menschen das tun, wegen eigener Fehler oder Schwächen. Er kann sich aber Fremdschämen!
Und da nennt er uns zwei Fälle, in denen das geschehen kann.
Der eine Grund ist, wenn eines seiner Kinder sich schämt, seinen Namen vor den Menschen dieser Welt klar auszusprechen, sich also klar vor den Menschen zum Namen Jesus zu bekennen.
Der andere Grund ist, wenn seine Kinder sich seiner Worte schämen.
Ist es nicht so, dass sich heute viele Christen seines Wortes -der Bibel- schämen, wenn sie sich zum Beispiel nicht dazu bekennen wollen, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde? Oder dass er über das Wasser gehen konnte? Oder dass die Erde in sechs Tagen erschaffen wurde?
Und ist es nicht so, dass das Reden von "Spiritualität" ein Schämen darüber entlarvt, klar und deutlich den Namen Jesus auszusprechen? Es ist einfacher, sich zu irgendeiner "Spiritualität" zu bekennen, als zum Namen Jesus, oder?
Vielleicht machen wir uns mal ein paar Gedanken darüber, ob wir zu denen gehören wollen, derer sich Gott eines Tages schämen muss. Ich jedenfalls will nicht zu denen gehören! Ich will, dass mein Herr und Gott eines Tages ohne jede Scham und mit einem Lächeln auf seinem Gesicht zu seinen Engeln, die um ihn herum stehen, sagen kann: "Schaut, das ist der Michael. Er war mir trotz vieler Schwächen ein treuer Diener, denn er hat sich in einer ungläubigen, und mir gegenüber feindlich eingestellten Welt zu meinem Wort und zu meinem Namen bekannt."
Möge der Herr über jeden von uns einmal so sprechen und sich nicht über uns schämen müssen!