Der Verrat des Evangeliums an eine Zivil-Religion

Eine Kirche, die der "woken" Ideologie folgt, verrät ihre Berufung und gibt sich dafür her, der zivil-religiöse Kit in einer Gesellschaft zu sein, die sich immer mehr von der Freiheit der Meinungen entfernt, um einem "woken", totalitärem Zeitgeist Raum zu geben.

Zu dieser Feststellung kommt Pfarrer Ulrich Parzany in seiner klugen Analyse zu dem Thema, wie Christen sich gegenüber der "woken" Ideologie verhalten sollen. Er zitiert am Schluß aus seinem vor 57 Jahren abgelegten Ordinationsgelübde:
(Zitat)
Dabei sollst du ernstlich beachten, dass es dem evangelischen Prediger nicht zusteht, eine andere Lehre zu verkünden und auszubreiten als die, welche gegründet ist in Gottes lauterem und klarem Wort, wie es verfasst ist in der Heiligen Schrift alten und neuen Testaments, unserer alleinigen Glaubensnorm, und wie es bezeugt ist in den drei alttestamentlichen Glaubensbekenntnissen, dem apostolischen, dem nizänischen und dem athanasianischen und in den reformatorischen Bekenntnisschriften unserer Kirche und wie es als Wegweisung für die angefochtene Kirche aufs Neue bekannt worden ist in der theologischen Erklärung der Bekenntnissynode von Barmen.
(Zitat Ende)

Das hat jeder Pfarrer in seinem Ordinationsgelübde versprochen, indem er sagte: "Ja, so wahr mir Gott helfe."

Heute wird gerne behauptet, wer sich noch auf die Barmer Erklärung berufe, würde die heutige gesellschaftliche Situation ungerechtfertigt mit der Lage im dritten Reich vergleichen. Aber damit unterstellt man der Barmer Erklärung, ein Museumsstück zu sein, dass keine Geltung mehr entfalte. Warum werden dann Pfarrer noch heute auf sie vereidigt? Das hat gute Gründe!
Die Barmer Erklärung besteht aus sechs Thesen, denen jeweils ein Bibelwort vorangestellt wird. Dann folgt ein Bekenntnis und eine Verwerfung. In der 5. These lesen wir:
Bibelwort: "Fürchtet Gott. Ehrt den König." 1. Petrus 2,17
Bekenntnis: Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebote und Gerechtigkeit, und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.
Verwerfung: Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.

Hier wird klar ausgedrückt, dass es die Aufgabe der Kirche ist, die Regierenden und Regierten an die Gültigkeit des Wortes Gottes zu erinnern!
Eine Kirche, die sich nicht vor allem am Wort Gottes, wie es in der Bibel gegeben ist, orientiert, sondern die sich zivil-religiös als Kit für den Zusammenhalt der Gesellschaft anbietet, wird selbst zu einem Organ des Staates! Sie verrät damit ihre Berufung! Die evangelischen Kirchen stehen heute genau in dieser Gefahr. Dem müssen wir widersprechen!!

Die Barmer Erklärung endet mit:
Verbum dei manet in aeternum
(Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit)

(Auszug aus dem empfehlenswerten Vortrag von Ulrich Parzany zum Thema: Wie Christen auf die "Woke"-Ideologie reagieren sollten.

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