Heute stand der Verkündiger vor einer Mammutaufgabe. Der in der Perikope vorgeschlagene Predigttext war sehr anspruchsvoll für eine zwanzigminütige Predigt. Es war 1. Petrus 2,2-10 und ich empfehle wärmstens, den verlinkten Bibeltext in Ruhe durchzulesen. Meinen Respekt an den Verkündiger, dass er sich vor diesem Text in der Perikope nicht gedrückt hat! Er malte uns drei Bilder vor Augen:
Das Bild vom Säugling, der Milch trinkt, womit die Aufnahme des Wortes Gottes gemeint ist, um im Glauben wachsen zu können. (1. Petr. 2,2)
Das Bild von den lebendigen Steinen, also den Christen, aus denen das Haus der Gemeinde Jesu gebaut wird (1. Petr. 2,5)
Das Bild vom heiligen Priestertum, also ein priesterlicher Dienst, den Christen füreinander und für die Menschen in der Welt ausüben sollen (1. Petr. 2,5).
Die Predigtkritik, die sich diese Webseite zur Aufgabe gemacht hat, ist es, Inhalte aufzuzeigen, die nicht gepredigt werden, die aber für einen lebendigen Glauben essentiell wichtig sind. Denn wir kranken in unserer Gemeinde genau daran, dass entscheidende Inhalte des Evangeliums nicht gepredigt werden!
Heute wurde der Vers 10 des Predigttextes mit keinem Wort gewürdigt. Das kann man natürlich so machen. Denn eine Predigt ist ja keine exegetische Bibelarbeit. Ich kritisiere darum den Verkündiger nicht wegen dieser erlaubten Weglassung. Ich weise aber darauhin, dass die ganze Predigt für den einen oder anderen Zuhörer überhaupt keinen Sinn ergibt, wenn man diesen Vers nicht zur Kenntnis nimmt.
Dort lesen wir: "...euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid."
Was ist damit gemeint? Warum ist dieser Vers so wichtig? Nun, er sagt aus, dass es für jeden "Säugling", jeden "lebendigen Stein" und jeden "heiligen Priester" ein "Vorher" und ein "Nachher" gibt. Was dieses Vorher und Nachher ist, erklärt Petrus schon in seinen Begrüßungsworten.
Er schreibt an Menschen, die von Gott "aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren (wurden) zu einer lebendigen Hoffnung! (1.Petr. 1,1-4)
Es gibt also eine Zeit vor der Wiedergeburt, und eine Zeit nach der Wiedergeburt, was im Vers 10 des Predigttextes mit anderen Worten wiederholt wird: "...euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid."
Die Schlußfolgerung ist eindeutig:
Wer nicht wiedergeboren ist, der gehört nicht zum Volk Gottes, der ist nicht begnadigt und der kann somit auch weder ein heiliger Priester, noch ein lebendiger Stein, ja nicht einmal ein kleiner Säugling im Glauben sein.
Bevor wir also über die Bedeutung der Bilder von den geistlichen Säuglingen, lebendigen Steine und heiligen Priestern für uns nachdenken können, müssen wir erst einmal die Frage klären, ob wir überhaupt wiedergeboren sind!
In dieser Frage können wir uns nicht einfach auf den Taufschein zurückziehen! Wiedergeburt geschieht nicht in der Kindertaufe! Sie braucht einen bewußten, aktiven Schritt in die offenen Arme Gottes durch eine aufrichtige Buße (Anerkennung unserer Sündhaftigkeit vor Gott) und Bekehrung (Lebenshingabe an Jesus Christus).
Die Frage, die sich jeder von uns ehrlich stellen muss, ist diese: Weiß ich, dass ich wiedergeboren bin? Wer hier keine klare und gewisse Antwort geben kann, für den ist ja noch gar nicht klar, ob er überhaupt ein "Säugling" im Glauben ist, vom "heiligen Priester" mal ganz zu schweigen.
Wie wichtig die Wiedergeburt ist, betont der Herr Jesus dreimal hintereinander im Kapitel 3 des Johannesevangeliums.
Wer beim Thema Wiedergeburt unsicher ist, wer diese Frage für sich nicht klar beantworten kann, oder wer gar noch nie was davon gehört hat, der kann mich gerne kontaktieren. Da ich weiß, dass Gott mir eine Wiedergeburt geschenkt hat, kann ich jedem erklären, wie man zu dieser Gewissheit kommen kann. Ohne Wiedergeburt sind wir keine Christen und gehören "nicht zu Gottes Volk und sind nicht begnadigt" (1.Petrus 2,10). So ernst ist das! Darum darf das nicht verschwiegen werden!