Als Gott den Israeliten die Passahfeier gab (2.Mose12), war ein kleines Detail dabei, was wir heute wohl als unangenehm, irgendwie abstoßend, ja vielleicht sogar als ekelig empfinden würden. Es bestand darin, dass man sein Haus mit Blut verschmieren musste!
Das Passahfest selbst war durchaus eine schöne religiöse Feier. Die ganze Familie versammelte sich am Tisch. Nach einem festgelegten Ritus wurde lecker gegessen und getrunken. Eine für alle Beteiligten schöne Angelegenheit - wenn da nicht dieses peinliche Detail wäre. Gott hatte verlangt, das Blut des Passahlammes, welches vorher geschlachtet und bei der Feier gegessen werden sollte, an die Türpfosten und den Türsturz des Hauses zu streichen. Was soll das denn? Sowas macht doch kein normaler Mensch. Was sollen denn die Nachbarn denken?
Was wäre passiert, wenn man das nicht getan hätte, weil man vielleicht meinte, diese Blutschmieraktion sei doch ein wenig durchgeknallt und man müsse es mit diesen religiösen Dingen auch nicht übertreiben. Ein schönes Passahmahl - gut! Das lassen wir uns gefallen. Ein paar schöne Lieder singen, etwas beten und eine kurze Andacht hören. Alles schön und gut. Aber Blut an die Tür schmieren? Das ist doch Unsinn.
Ja, was wäre passiert wenn man das nicht gemacht hätte? Dann wäre der Racheengel nicht an diesem Haus vorbeigegangen. Er wäre hineingegangen und hätte alle erstgeborenen Lebewesen umgebracht, egal, ob Mensch oder Tier. Der erstgeborene Sohn oder die Tochter, das erstgeborene Kalb oder die liebgewonnene Katze, alle Erstgeburt hätte diesen Abend nicht überlebt - wenn man dieses Detail des Passahfestes nicht beachtet hätte!
Was hat das nun mit uns Christen heute zu tun, die wir in einer modernen Welt leben?
Das Beschmieren der Türpfosten mit dem Lammesblut ist für uns heute ein starkes Bild. Und zwar dafür, dass wir das Blut des Herrn Jesus an unsere Herzenstür streichen müssen.
Wie ist das gemeint?
Es ist ein Glaubensakt! Wir müssen glauben, dass das Blut des Herrn uns von unseren Sünden erlöst und uns vor dem Gericht Gottes bewahrt.
Wenn wir in unseren Kirchen aber darüber nicht mehr predigen, wenn wir also, um im Bild zu bleiben, es ablehnen, das Blut an die Türpfosten zu streichen, weil wir uns damit vor der Gesellschaft unmöglich machen würden, dann machen wir uns schuldig am Tod vieler, die zwar gerne an den kirchlichen Festen und Riten teilnehmen, aber die ohne dieses Detail umkommen werden.
Das Blut des Herrn ist es, worauf es ankommt! Es muss an unsere Herzenstür gestrichen werden, dorthin wo die Lebensentscheidungen getroffen werden, was in unser Leben hinein darf und was wir tun.
Wenn wir dieses alles entscheidende Detail des christlichen Glaubens für überzogen oder für unzeitgemäß halten, dann wird uns der Racheengel nicht verschonen. Den interessieren unsere christlichen Feste und Riten nicht. Den interessiert nur das Blut des Herrn in unseren Herzen.
Es ist eine entsetzliche Tragödie, dass die evangelische Landeskirche in weiten Teilen vergessen hat, vom Blut des Herrn Jesus zu reden. Ach, könnten wir doch wieder von Herzen singen:
"Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid,
damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn."
Ich glaube, dass sein teures Blut
genug für alle Sünden tut
und dass es Gottes Schätze füllt
und ewig in dem Himmel gilt.
Drum soll auch dieses Blut allein
mein Trost und meine Hoffnung sein.
Ich bau im Leben und im Tod
allein auf Jesu Wunden rot.
Liedquelle: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_christi_blut_und_gerechtigkeit.html