"Christus ist auferstanden!" Mit diesen kräftigen Worten begrüßt Pfarrer Schmitz seine Gemeinde. Es ist der uralte Ostergruß. Denn heute ist Ostersonntag! Pfarrer Schmitz freut sich, dass die Kirche voller ist als sonst.
Auch Sie sind heute in den Gottesdienst gegangen, so wie Sie das an fast jedem Sonntag zu tun pflegen. Denn Sie lieben die Gottesdienste in Ihrer Kirchengemeinde. Wenn jemand Sie fragen würde, ob Sie ein Christ sind, dann würden Sie ohne Zögern antworten: "Ja, das bin ich." Und so sprechen Sie von Herzen, zusammen mit der ganzen Gemeinde, die Antwort auf den Ostergruß: "Er ist wahrhaftig auferstanden!"
Das Osterfest liegt Ihnen besonders am Herzen. Vielleicht noch mehr als das Weihnachtsfest. Die Vorstellung, dass Christus den Tod besiegt hat, diesen finsteren menschenverschlingenden Schlund, aus dem noch nie einer zurückgekommen ist - außer eben Christus-, das fasziniert Sie und erfreut Ihr Herz. "Christus ist auferstanden!" Ja, das glauben Sie. Ganz konkret. Und irgendwie kindlich.
Links neben Ihnen sitzt Herr Faßbender. Bevor das erste Lied angestimmt wird, neigt er sich zu ihnen rüber und flüstert: "Beten sie für Pfarrer Schmitz."
"Warum? Ist er krank?", flüstern Sie zurück.
"Nein, ich hoffe nicht, aber wenn er nicht Buße tut, wird er die Ewigkeit in der Hölle verbringen."
Wie bitte? Was redet der denn da? Sie sind schockiert! Wie kommt der jetzt auf sowas? Pfarrer Schmitz in die Hölle? Sie gucken den Mann von der Seite an. Sie kennen ihn. Eigentlich ist der sonst ganz normal. Sie nehmen sich vor, ihn nach dem Gottesdienst zu fragen, was für ein Problem er hat...
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