Große Freude heute im Gottesdienst und Dank an die Verantwortlichen!

Die neuen, den Kern der Liturgie verwässernden Liedverse (Details dazu hier), die wir seit einigen Monaten an den Stellen der Sündenvergebung und Gnadenzusage singen, wurden durch andere Liedverse ersetzt! Was für eine schöne Überraschung im heutigen Gottesdienst. Daumen hoch!

Vor Beginn des Gottesdienstes brachte unsere Kantorin uns die neuen Melodien bei, sodass sie während der Liturgie gekonnt gesungen wurden.

Noch viel besser ist aber, dass die Liedtexte wieder so sind, dass bei der Gnadenzusage dem "Gott in der Höhe" die Ehre gegeben wird, und nicht dem auf "unseren Straßen und Gassen". Unser Blick wird wieder in die Höhe geführt. Und bei der Sündenvergebung wird wieder um Erbarmen gesungen und nicht um "Grenzerweiterung". Mir kamen vor Freude fast die Tränen und ich musste beim Singen schlucken.

Sind diese Liedverse Kleinigkeiten? Nur Nuancen? Vielleicht. Aber auch die kleinen Füchse verderben den Weinberg (Hohelied 2,15). Dank an das Presbyterium für diese sinnvolle Korrektur. Ich hoffe, die Gemeinde bleibt bei den heute eingeübten Liedversen.

In der Predigt ging es um die Ereignis am Laubhüttenfest (hebr. Sukkot), die im Johannesevangelium, Kapitel 7 und 8 geschildert werden. Auf dem Höhepunkt des siebentägigen und fröhlichsten aller jüdischen Feste, musste sich der Herr Jesus einer bösen Falle stellen, die ihm die Pharisäer und Schriftgelehrten bauten. Sie brachten eine Ehebrecherin zu ihm und fragten ihn, was man mit ihr machen solle. Das Gesetz fordere die Steinigung, proklamierten die Pharisäer, wohlwissend, dass Jesus gerade wegen seiner Menschenfreundlichkeit beim Volk so beliebt war, und sich dies wohl ändern würde, wenn er jetzt die Steinigung befürwortet. Wenn er sie aber ablehnt, würde er sich gegen das Gesetz stellen. Dann hätten sie ihn! Eine böse Falle!

Und das ausgerechnet am Laubhüttenfest, dem fröhlichsten aller Feste. Es dauerte sieben Tage. In dieser Zeit brannten rund um die Uhr die großen vier Leuchter, die im Vorhof der Frauen auf 22 Meter hohen Säulen standen. Junge Priester mussten täglich hochklettern und Öl nachfüllen. Als Dochte nutzte man abgenutzte Priestergewänder. Das Licht dieser großen Leuchter erhellte nachts ganz Jerusalem und befeuerte die Festtagsstimmung. Der Herr nahm wohl darauf bezug, als er an einem Festtag im Tempel ausrief: "Ich bin das Licht der Welt! Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Joh. 8,12)

Sehr schöne Bilder vom Tempel und den Lichtsäulen: HIER

Eine weitere Besonderheit am Laubhüttenfest war das tägliche Wasserschöpfen (das Nisuch haMayim). Dabei ging ein Priester in Begleitung der Menschenmenge vom Tempelberg hinab zum Teich Siloah, schöpfte dort Wasser in einen goldenen Krug und trug ihn unter Gesang und Jubel der Menge hoch zum Tempel. Dort wurde er mit Fanfaren und dem Tempelorchester und -chor, die auf den Stufen zwischen dem Frauenvorhof und dem Vorhof der Priester standen, musikalisch begrüßt.

Er durchschritt die beiden Vorhöfe bis zum großen Brandopferaltar, der leicht links versetzt vor dem Portal zum eigentlichen Tempelhaus, dem Heiligen und Allerheiligsten, stand. Über eine Rampe ging er auf den fünfzehn mal fünfzehn Meter breiten und fünf Meter hohen Altar. Dort wurde das Wasser dann ausgegossen.

Bilder vom Vorhof der Priester mit dem Brandopferaltar: HIER

Dieses Ritual bezog sich auf Jes. 12,2-4: "Siehe, Gott ist mein Heil; ich will vertrauen und lasse mir nicht grauen; denn Jah, der HERR, ist meine Kraft und mein Lied, und er wurde mir zur Rettung! Und ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils, und werdet sagen zu jener Zeit: Dankt dem HERRN, ruft seinen Namen an, verkündigt unter den Völkern seine Taten, erinnert daran, dass sein Name hoch erhaben ist!"

Von diesem Ritual heißt es in der Mischna Sukka (Vorschriften für das Laubhüttenfest): "Wer nie die Feier des Wasserschöpfens gesehen hat, der hat nie wahre Freude gesehen".

Auf dieses Wasserschöpfen nahm der Herr Bezug, als er im Tempel während der Feierlichkeiten auftrat. "Aber am letzten Tag des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: "Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen." (Joh. 7,37-38)

Freuen wir uns an diesem Herrn, der uns lebendiges Wasser gibt, dass in das ewige Leben fließt (Joh. 4,14) und dessen Licht uns leuchtet, ob es nun hell oder dunkel ist in unserem Leben! Der noch künftige aber nicht mehr ferne Tag, an dem die Christenheit Ihn endlich wieder sehen wird, wird einen Jubel auslösen, gegen den der Jubel am Festtag des Sukkot nur ein schwacher Vorgeschmack ist.

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