... ist das oft zu hörende "Argument", wenn es in Diskussionen um Sünde, um Errettung, um Heilsgewissheit und Gotteskindschaft geht.
Wenn man sagt, man wisse, dass man Sündenvergebung habe, oder man wisse, dass man ein Gotteskind sei und das man ganz sicher in den Himmel komme, dann hört man diese Frage oft.
Prof. Eta Linnemann schreibt dazu auf Seite 62 ihres Buches "Original oder Fälschung" folgendes:
"Der Tiefschlag unter den Verführungen ist die Frage "Willst du denn besser sein...?" Gottes Wort sagt uns: "Haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid" (Römer 6,11). Es wird nicht von uns verlangt, uns mit anderen so zu identifizieren, dass wir uns mit ihrer Sünde identifizieren! Ich bin nicht besser als Diebe, Hurer, Ehebrecher und historisch-kritische Theologen. Aber genauso, wie ich dem Ehebruch im Namen Jesu widerstehe, darf ich auch der historisch-kritischen Theologie widerstehen und meinen Heiland anrufen in Not." (soweit Prof. Eta Linnemann)
"Willst Du was Besseres sein?" ist kein sachliches Argument, sondern "framing", wie man das heute so "schön" sagt. Es stellt den Anderen in einen moralisch anrüchigen Rahmen (englisch: frame). Denn jedem Menschen ist ja klar, dass es sich nicht gehört, sich für "was Besseres" zu halten. Man nennt dieses unfaire Vorgehen in Diskussionen auch "argumentum ad hominem", also das Argument gegen den Menschen (mit dem man gerade diskutiert). Ziel ist es, allen klar zu machen, dass man die Argumente einer solcherart moralisch fragwürdigen Person nicht ernst nehmen kann.
Es gibt einen anderen oft gehörten Spruch in Diskussionen um Sünde, Errettung, Heilgewissheit und Gotteskindschaft, der das gleiche Ziel verfolgt:
"Du meinst wohl, die Wahrheit für dich gepachtet zu haben!"
Auch das ist ein typisches "Framing". Anstatt ernsthaft mit Sachargumenten über die Wahrheit zu streiten, zieht man den Diskussionsgegner runter auf eine moralisch fragwürdige Ebene. Beliebt ist dieses "Argument" bei Leuten, die die Wahrheit (Jesus Christus) ablehnen. Sie behaupten in falscher Demut, dass kein Mensch die Wahrheit kennen könne. Ja mehr noch, dass es gar keine absolute Wahrheit gäbe. Und jeder der das behaupten würde, sei ein überheblicher und arroganter Mensch. Und schwupp, steht ein solcher Mensch, der sagt, er kenne die Wahrheit, im "Frame" des moralisch Anrüchigen.
Diese Vorgehensweise ist effektiv und heute sehr beliebt. Aber Leute, die das tun, bedenken nicht, dass am Ende die Wahrheit immer ans Licht kommt! Und sie sollten bedenken, dass sie sich mit dieser Haltung auf eine Stufe mit dem Gottesmörders Pilatus stellen, der die Wahrheit verachtete und sie schließlich "framte", als er sie ans Kreuz nageln ließ.
"Da sprach Pilatus zu ihm (Jesus): So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit?" (Joh. 18,37-38) ...
"Da übergab er ihnen Jesus, damit er gekreuzigt werde." (Joh. 19,16)