Wenn man uns fragt: "Woraus lebst du?", dann bleibt uns, die wir zu Jesus gehören, nur diese eine Antwort:
"Ich lebe daraus, dass mein Heiland für mich starb! Daraus lebe ich!"
Wer auf diese Frage eine andere Antwort gibt als diese, der ist noch kein Christ!
Das ist das Geheimnis!
Martin Luther hatte das verstanden. Darum stellte er den Ort des Sterbens unseres Heilandes, das Kreuz, in seinem von ihm selbst gestalteten Familienwappen mitten hinein ins Herz!
In einem Brief an seinen Freund und Unterstützer, den Nürnberger Ratsherrn Lazarus Spengler, beschreibt Luther sein Wappen:
„Das Erste sollte ein schwarzes Kreuz in einem Herzen sein, das seine natürliche rote Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, dass der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet. "Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht" (Römer 10,10).
Wenn es nun auch ein schwarzes Kreuz ist, das Zeichen des Todes, und auch wehe tun soll, lässt es dennoch das Herz in seiner Farbe, verderbt die Natur nicht, das heißt: Es tötet nicht, sondern behält lebendig. "Der Gerechte wird aus Glauben leben" (Römer 1,17), aber aus dem Glauben an den Gekreuzigten.
Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, um anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt und ihn kurzum in eine weiße, fröhliche Rose versetzt. Das geschieht nicht so, wie die Welt Friede und Freude gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein. Denn die weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe.
Solche Rose steht in einem himmelfarbenen Felde, weil solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang der himmlischen zukünftigen Freude ist, die jetzt wohl schon drinnen einbegriffen und durch Hoffnung erfasst, aber noch nicht offenbar ist.
Und in solch Feld einen goldenen Ring als Zeichen dafür, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch kostbar über alle Freude und Güter hinaus ist, so wie das Gold das höchste, kostbarste Metall ist.“
(8. Juli 1530 an Lazarus Spengler)
HIER ein Bild des Wappens
Ach, wäre doch das Kreuz wieder, so wie bei Luther, die Mitte in unserem Herzen. Dann würden wir aus ihm heraus leben.
(angeregt durch eine Predigt von Pfarrer Dr. Wolfgang Nestvogel vom 03.02.2019; Fundstelle: https://predigten.beg-hannover.de/media/2019-02-03_markus_9_9-13_30-32_w_nestvogel.mp3 ab Minute 45:50)