Nun hat man sie also tatsächlich abgeschafft, die Bibelstunde! Lieblos behandelt wurde sie ja schon länger. Das neue Format heißt "GlaubensRaum", angekündigt im aktuellen Gemeindebrief Nr. 197 (März-Mai 2026).
Erklärtes Ziel im "GlaubensRaum" ist es, "miteinander ins Gespräch zu kommen". Nun, miteinander ins Gespräch kommt man auch beim Kirchenkaffee, aber der Anspruch einer Bibelstunde ist höher, nämlich durch das gemeinsame Lesen des Wortes Gottes in der Erkenntnis Gottes zu wachsen. Der "GlaubensRaum" wird diesem Anspruch nicht gerecht werden, liebe Evkiko! Warum?
Weil in diesem "Raum" nicht die Bibel, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Das erkennt man sofort, wenn man die Ankündigung zu dem neuen Format aufmerksam liest.
"Bringen sie sich selbst mit. Mehr braucht es nicht", lese ich da zum Beispiel. Ich brauche also nicht mehr die Bibel mitbringen, sondern "nur mich selbst"? Und wenn ich mich dann selbst mitgebracht habe (kann man eigentlich irgendwohin gehen, ohne sich selbst mitzubringen?), was finde ich dann in diesem "GlaubensRaum"? Ich zitiere aus der Ankündigung:
"Es soll Zeit sein
- für biblische Impulse
- für persönliche Gedanken
- für unterschiedliche Perspektiven
- für das, was unausgesprochen bleibt." (Zitat Ende)
Das ist zu wenig! Die Bibel ist nicht nur "Impulsgeberin" in einer Reihe mit unseren "persönlichen Gedanken", "unterschiedlichen Perspektiven" und dem "was unausgesprochen (???) bleibt". Sie ist weit mehr. Sie ist die absolute Autorität über uns! Ich muss ihr erlauben, diese Autorität über mich auch einnehmen zu dürfen! Unsere "persönlichen Gedanken" müssen sich an ihr justieren, und unsere "unterschiedlichen Perspektiven" müssen sich ihr unterordnen. Diese Einstellung zur Bibel wurde im "GlaubensRaum" ersetzt durch den Blick auf den Menschen, der "sich selbst mit seinen Gedanken und Perspektiven mitbringt, um Glauben nicht nur zu denken, sondern zu spüren und Gott zwischen den EIGENEN Worten zu entdecken." (Formulierungen aus der Ankündigung).
Besser, als mit dieser Sprache, kann sich das falsche und böse Konzept des neuen "GlaubensRaumes" nicht entlarven.
Warum nicht nur falsch, sondern gleich böse?
Weil dieses Konzept aus dem Verführungsarsenal Satans stammt. Schon im Paradies hat Satan es ganz genauso gemacht. Er rückte das Wort Gottes aus dem Zentrum und stellte den Menschen dort hinein. Das war nichts anderes, als es im neuen Format des "GlaubensRaumes" praktiziert werden soll! Zur Relativierung des Wortes Gottes nutzte Satan damals die scheinheiligen Frage: "Sollte Gott gesagt haben?": Gen.3,1). Und mit der Lüge, "Ihr werdet sein wie Gott": Gen.3,4-5), stellte er den Menschen ins Zentrum.
Wenn wir damit irrlichtern, dass wir meinen, wir könnten Gott "zwischen den eigenen Worten" entdecken und müssten Sein Wort, dass Er uns in der Bibel überliefert hat, nicht über unsere eigenen Worte stellen, dann sind wir diesem satanischen Konzept der Relativierung des Wortes Gottes prächtig auf dem Leim gegangen! Und darum ist das neue Konzept des "GlaubensRaumes" ein böses Konzept.
Was im "GlaubensRaum" ablaufen soll, hat mit dem christlichen Glauben nichts mehr zu tun! Denn so wenig, wie der christliche Glaube "zwischen den eigenen Worten" entsteht, genau so wenig entsteht er, wenn wir ihm irgendeinen ominösen "Raum öffnen"! Mit Verlaub, das ist unpräzises Psycho-Geschwafel. Wenn damit gemeint sein soll, dass wir Zeit und Gelegenheit eröffnen sollen, die Bibel zu lesen, dann soll man wegen mir so reden. Aber genau das, nämlich das konzentrierte Bibellesen, wird ja abgeschafft. Also was soll das nun für ein "Raum" sein? Der christliche Glaube entsteht nach dem Zeugnis der Schrift ausschließlich dadurch, dass Gott in seinem Wort (die Bibel) zu uns redet! Wenn es dort einen "Raum" zu finden gibt, dann ist es der Hügel Golgatha! Die Bibel fordert uns nicht auf, in irgendeinen unpräzisen Psycho-Raum zu gehen, um dort Gott "zu spüren", sondern zum Kreuz zu kommen, wo unsere Sünden vergeben werden!
Damit wir das verstehen, verteilt sie keine verbalen Nebelkerzen, sondern gebraucht klare Worte:
„Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. (Galater 2,20)
„Wir wissen ja, daß unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so daß wir der Sünde nicht mehr dienen.“ (Römer 6,6)
Es ist schlicht eine Lüge, zu behaupten, es würde reichen, "sich selbst mitzubringen". Damit Glaube entstehen kann, müssen wir immer auch den ehrlichen Willen mitbringen, Gott gehorchen zu wollen:
„Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen (anfangen zu glauben!), ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.“ (Joh. 7,17)
Um diese Wahrheit zu erfassen, reicht es nicht aus, die Bibel nur als "Impulsgeber" durch den Filter der eigenen "Gedanken und Perspektiven" zu akzeptieren. Nein! Wir müssen sie als DIE Autorität akzeptieren, die ihr als das Wort Gottes zusteht! Denn:
„So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“ (Römer 10,17)
Nur dann entsteht Glaube, wenn das Wort Gottes im Mittelpunkt steht, indem wir es predigen, betrachten, darüber reden und es als Autorität ernst nehmen. Aber diesen Glauben wollen wir nicht mehr wahrhaben. Denn er streicht uns selbst durch, weil wir von Natur aus verlorene Sünder sind. Darum streichen wir die Bibelstunde auch durch, weil wir sonst beim Lesen der Bibel unsere Sünden erkennen könnten und zum Kreuz fliehen könnten, um dort Vergebung zu bekommen! Das aber will man nicht! Man will weder die eigene Sünde, noch das Kreuz akzeptieren. Und damit ist alles, was im "GlaubensRaum" fromm dahergeredet wird, pure Verlogenheit! Denn ein Christentum, dass diesen Ernst des Wortes Gottes nicht mehr ertragen kann, ist verlogen und steht unter dem Urteil, "den Schein der Frömmigkeit zu haben, aber deren Kraft zu verleugnen! (2.Tim 3,1-5)
Übrigens:
Im gleichen Gemeindebrief, in dem die Bibelstunde beerdigt und der "GlaubensRaum" angekündigt wurde, ist auf Seite 21 zu lesen:
"Da weinte Jesus!" (Joh 11,35)
Oh ja! Davon bin ich überzeugt, dass der Herr Jesus über die Evkiko gerade sehr weint. Ich weine mit ihm.