Woran erkennt ein Christ, ob er von neuem geboren ist, ob also sein Glaube echt ist, und der Heilige Geist in ihm wohnt?
"Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele, o Gott, nach dir! Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und vor Gottes Angesicht erscheinen?" (Psalm 42,2-3)
Dieser Durst wird nicht jeden Tag in voller Ausprägung in dir sein. Aber du kennst diesen Durst, diese Sehnsucht nach dem Allerhöchsten. Mal mehr, mal weniger. Wenn du aber gar kein bisschen Sehnsucht nach Gott hast, könnte es sein, dass dein Glaube nicht echt ist.
Du hast den Wunsch, dass Jesus Christus dein Leben bestimmt. Dieser Wunsch kommt daher, weil mit dem Heiligen Geist in deinem Herzen sich auch der Wille zum Gehorsam gegen Gott entfaltet. Denn Gott hat mit der Neugeburt Folgendes in dir getan: "Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut." (Hes.36,27) Diese willige Gehorsamshaltung drückt Johannes so aus: "Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: »Ich habe ihn erkannt«, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht; wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. (1.Joh.2,3-5)
Aber aufgepasst! Hier sagt Johannes nicht, dass wir das immer schaffen! Denn zuvor hat er erklärt: "Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1. Joh.1,8) Ein echtes Gotteskind ist also nicht frei davon, jemals wieder zu sündigen. Aber es WILL unbedingt nicht sündigen! Und es will unbedingt zur Freude des Herrn leben. Wenn dieser Wille in Dir ist, dann ist das ein sehr guter Hinweis auf die Echtheit Deines Glaubens.
Gott fügt dich am Tag deiner Neugeburt dem geistlichen Leib Christi (der Gemeinde) zu. Du bist ab dann ein fester Bestandteil dieses Leibes, für alle Ewigkeit! Wenn diesem Leib Schaden zugefügt wird (z.B. durch Verfolgung), oder wenn in ihm selbst ein Schaden entsteht (z.B. durch schwere Sünde eines Gemeindeleiters), dann leidest du darunter. Du fühlst irgendwie so ein inneres Zerknirschtsein über dieses Ereignis. "Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr aber seid [der] Leib des Christus, und jeder ist ein Glied [daran] nach seinem Teil." (1.Kor. 12,26-27)
Das ist ein sehr markanter Hinweis darauf, dass wirklich der Heilige Geist in dir wohnt. Du machst dir Gedanken und Sorgen darüber, dass die Leute um dich herum ohne Jesus ewig verloren sind und in die Hölle müssen. Ein Mensch, der kein Gotteskind ist, würde sich darüber keine Sorgen machen. Du aber schon! Der Theologe Markus Voss (von dem ich diese 4 ersten Prüfkriterien habe!) sagte dazu: "Solange du dir keine Sorgen um das Seelenheil deiner Mitmenschen machst, machen wir alle uns Sorgen um Dein Seelenheil."
Bei Paulus ging diese Sorge sogar soweit, dass er für sich selbst die Verdammung wünschte, wenn doch nur seine Volksgenossen zu Christus fänden. "Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe. Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch,.." (Römer 9,1-3)
Wenn Dir also der Gedanke an die ewige Verlorenheit Deiner Mitmenschen, die ohne Jesus leben, ziemlich egal ist, dann mach mal ein Fragezeichen an die Echtheit deines Glaubens.
Den Vortrag von Markus Voss, in dem er die o.g. 4 Punkte entfaltet, könnt ihr hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=VDEoST-vrho&t=411s
Weiter im Text...
Am Bekehrungsbeispiel von Paulus können wir weitere Prüfungsmerkmale entdecken.
Als der Herr Jesus dem Paulus vor Damaskus im hellen Licht erschien, da zerbrach dessen fleischliche, tot-fromme Religiösität. Paulus war am Boden zerstört. Er erkannte, dass sein bisheriges Leben ein Misthaufen war. Dieser Zerbruch führte zu seiner Wiedergeburt. Und jetzt konnte er aus dem Innersten seines Herzens zu Gott schreien. Der Herr sagte zu Ananias, den Er als geistlichen Geburtshelfer zu Paulus schickte: "Siehe. Er betet." (Apg. 9,11)
War für dich noch vor deiner Neugeburt ein freies Gebet zu Gott unmöglich, oder zumindest schwierig bis peinlich, so kannst du aufeinmal frei mit Gott sprechen.
Wenn ein Mensch nur Gebete ablesen kann, ist es höchst unwahrscheinlich, dass er ein wiedergeborenes Gotteskind ist. Wenn du dagegen frei mit Gott sprechen kannst, ja besser noch, wenn du irgendwie den Wunsch verspürst, regelmäßig mit Gott zu sprechen, dann macht das der Heilige Geist in dir. Das ist ein sehr starker Hinweis, dass du ein wiedergeborenes Gotteskind bist.
Kleine Anmerkung: Das oben Gesagte gilt für das "stille Kämmerlein". Beim Beten in der Öffentlichkeit können auch manche echten Christen schüchtern und ungeübt sein. Aber sie beten frei und offen zu Gott, wenn sie alleine sind. Diesen Schüchternen sollte man Mut machen, dass sie lernen, auch öffentlich vor ihren Geschwistern frei zu beten. Das wäre gut für die geistliche Gemeinschaft in einem christlichen Kreis.
Weil du am Tag deiner Wiedergeburt dem Leib Jesu zugeordnet wurdest, spürst du das innere Bedürfnis, Gemeinschaft mit anderen Gotteskindern zu erleben. Paulus suchte nach seiner Bekehrung sofort den Kontakt zu Mitchristen (Apg.9,19). Als echtes Gotteskind geht es dir auch so. Du suchst ihre Gemeinschaft. "Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.“ (Apg. 2,46) Du fühlst Dich unter Geschwistern wohler, als wenn du in der Gemeinschaft von Nicht-Christen bist. Du empfindest es als angenehmer, auf christliche Veranstaltungen zu gehen, als zu weltlichen Veranstaltungen.
Wenn du dich aber mehr zu Nicht-Christen hingezogen fühlst, und deine Zeit lieber mit ihnen verbringst (Vereine, Nachbarn, Freunde, Hobbyclubs etc.) ist das ein starker Hinweis, dass du gar nicht wiedergeboren bist.
Paulus fing nach seiner Bekehrung sofort an, zu predigen. "Und er nahm Speise zu sich und kam zu Kräften. Und Saulus war etliche Tage bei den Jüngern in Damaskus. Und sogleich verkündigte er in den Synagogen Christus, dass dieser der Sohn Gottes ist." (Apg 9,19-20) Der Wunsch, andere Menschen zu Jesus zu führen, ist ein sicheres Kennzeichen, dass du ein echtes Gotteskind bist. Aber manche machen hier einen längeren Weg. Zum Beispiel Nikodemus, der seinen Glauben an Jesus anfangs verheimlichte. Und auch Josef von Arimathia, der erst beim Begräbnis Jesu aus der Verborgenheit heraustrat und sich zu Jesus bekannte. Nicht jeder neugeborene Christ ist sofort ein "Billy Graham". Es kann also sein, dass du zwar irgendwie spürst, dass du über Deinen Glauben reden möchtest, aber dass du das nur sehr schwer hinbekommst. Da kann man dran üben. Aber wenn du gar kein Bedürfnis empfindest, anderen Menschen von Jesus zu erzählen, dann stimmt was nicht mit der Echtheit deines Glaubens.
Die Punkte 5 bis 7 habe ich von Roger Liebi. Sein Vortrag "Das Wesen der Bekehrung - Habe ich wirklich neues Leben" findest du hier: https://www.youtube.com/watch?v=6YMwfYeZzGA.
Weitere Prüfkriterien:
"Darum lasse ich euch wissen, dass niemand, der durch den Geist Gottes redet, sagt: Verflucht sei Jesus! Und niemand kann sagen: Jesus ist der Herr!, außer durch den Heiligen Geist.“ (1.Kor.12,3).
Hier geht es nicht nur ums "Sagen", sondern ums Bekennen, dass Jesus der Herr ist. Ein solches Bekenntnis kann ein Mensch nur durch den Heiligen Geist ablegen. Dazu eine nette Geschichte: Ein Missionar saß in Indien am Bahnhof und wartete auf den Zug. Er wollte sich die Zeit vertreiben. Also fing er an, zu predigen. Da kam ein Moslem zu ihm und sagte: "Ich beweise dir, dass die Bibel falsch ist." "Ok?" "In der Bibel steht, man kann nur sagen, "Jesus ist Herr", wenn man den Heiligen Geist hat. Stimmt das?" "Stimmt!" "Habe ich den Heiligen Geist?" "Nein!" "Dann ist die Bibel falsch! Denn hör mal was ich jetzt sage: "Jesus ist der Herr". Der Missionar erhob sich und rief in die Menge: "Hört mal Leute, hier ist jemand, der ein Bekenntnis für Jesus ablegen möchte." Als er sich wieder umdrehte, war der Moslem verschwunden. Wenn du dich nicht von Herzen dazu bekennen kannst, dass Jesus Christus der Herr ist, dann wirst du kein echter Christ sein.
Das hast du sogar auch dann, wenn es dir nicht gut geht. Denn der Heilige Geist, der in dir wohnt, fördert Frieden und Freude in dir, weil sie zu seiner Frucht gehören, die er in dir bewirkt. "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung." (Galater 5,22).
Und der Herr hat uns den Frieden versprochen: "Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!" (Joh. 14,27) Nun kann es wohl sein, dass depressive Krankheiten oder schweres Leiden den inneren Frieden und die Freude übertönen können. Aber oft ist gerade dann der Friede und eine tiefe Freude des Heiligen Geistes in dir. Das erfährst du, weil du ein echter Christ ist.
„Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ (Römer 8,16)
Der Heilige Geist gibt uns eine tiefe, innere Gewissheit des Heils in das Herz. Du weißt es einfach: Ich bin ein Kind Gottes.
Und was ist, wenn du jetzt das Gefühl hast, dass dein Glauben nicht echt ist, und du vielleicht gar kein wiedergeborenes, gerettetes Gotteskind bist?
Keine Angst!
Dann gibt es eine ganz einfache Lösung: Bekehre Dich! Das kann jeder Mensch zu jeder Zeit tun, egal, ob man ein waschechter Heide ist, oder ein Mensch, der von Kindheit an das Christentum kannte, aber eben Jesus selbst noch nicht. Gott liebt jeden! Und er will, dass "allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1.Tim 2,3-4)
Sprich dieses einfache Gebet: "Herr Jesus, ich erkenne meine Schuld und bekenne, dass ich ein Sünder bin. Ich habe (nenne ihm konkrete Sünden, an die du dich erinnerst) getan. Vergib mir! Ich glaube, dass du für meine Sünden am Kreuz gestorben bist und danke dir, dass du mir vergibst. Mach mich zu deinem Kind und bestimme du von jetzt an mein Leben. Amen"
Mehr Worte braucht es nicht, um von neuem geboren zu werden.