Stellt Euch vor, ein Beröer aus dem antiken Griechenland hätte sich heute auf eine Zeitreise begeben und wäre bei uns in der Kirchengemeinde gelandet. Der hätte sich wohl gewundert und erstaunt ausgerufen: "Was macht die Frau denn da?".
In allen Kirchenbezirken hätte er heute gesehen, dass Frauen die Gottesdienste leiten und die Predigten halten. Da würde er große Augen machen. Denn das kennt er aus der Synagoge seiner Heimat nicht. Hier hatten noch die Männer die geistliche Verantwortung und Leitung. Und die legten Wert darauf, diese auch treu auszuüben.
Was würde der überraschte Beröer tun? Nun, wie es so seine Art ist, würde er in die Heilige Schrift schauen, ob das alles hier bei uns noch mit rechten Dingen zugeht.
Er würde von Deborah lesen, die Frau Lapidots und Prophetin des alten Israels, die Gott in Notzeiten zur Richterin berufen hatte, die diesen Dienst aber auffallend anders praktizierte, als ihre männlichen Kollegen vor und nach ihr. Sie trat nicht öffentlich auf, sondern das Volk musste zu ihr hingehen (Richter 4,4-5). Auf diese Weise respektierte sie als Frau die Schöpfungsordnung Gottes.
Auch würde er in der Schöpfungsgeschichte diese Ordnung nachlesen, dass Gott zuerst den Mann erschaffen hatte, und danach die Frau. Er würde lesen, dass Gott dem Mann die geistliche Führungsverantwortung übergeben hatte. Der Mann empfing das Gebot Gottes, als die Frau noch gar nicht erschaffen war (1. Mose 2,16-17). Der Mann hatte somit die Pflicht und Verantwortung, die geistlich Führung zu übernehmen, indem er seiner Frau alles zu erklären hatte, was Gott ihm gesagt hat. Darum sprach Gott nach dem Sündenfall nicht zuerst die Frau, sondern den Mann an. Er zog den Mann zuerst zur Rechenschaft, und dies, obwohl die Frau zuerst von der verbotenen Frucht gegessen, und damit eigenmächtig die geistliche Führung an sich gerissen hatte.(1.Mose 3,9). Der Mann wiederum hatte in seiner Führungsverantwortung versagt, indem er seiner Frau gefolgt war und die Frucht von ihr annahm, anstatt dem Gebot Gottes zu gehorchen(1. Mose 3,6), und die Frucht abzulehnen.
Der Beröer würde von der unterschiedlichen Aufgabenzuweisung Gottes und die unterschiedliche Wesensprägung der Geschlechter lesen. Der Mann sollte alle Tiere mit Namen benennen (1.Mose 2,19) und den Garten Eden, und später den Ackerboden bearbeiten (1. Mose 2,15; 1. Mose 3,17ff.. Seine spezielle Ausrichtung sollte in die Welt hinein zielen und in ihr wirken. Der Frau wurde das nicht aufgetragen. Sie wurde aus dem Mann heraus geschaffen, aus seiner Rippe. Ihre Prägung und ihr Wesen ist somit zum Mann hin ausgerichtet. Ohne Eva war Adam unvollständig (1. Mose 2,20b). Ihre Bestimmung lag in der Ergänzung und Vervollständigung Adams. Und sie sollte die wunderbare Fähigkeit besitzen, neue Menschen unter ihrer Brust heranreifen zu lassen.
Diese Zuordnung der Frau auf den Mann hin, die vor dem Sündenfall noch schuldlos und rein war, aber im Sündenfall auf den Kopf gestellt wurde, rückte Gott wieder zurecht, indem er der Frau sagte: "dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen! (1. Mose 3,16b).
Das Wesen der Beiden und die Aufgaben und Ordnungen daraus waren unterschiedlich, aber der Wert der Personen war gleich. Das galt vor dem Sündenfall. Und das galt auch danach.
Dies alles zu wissen, war dem Beröer völlig selbstverständlich. Und dies wusste er nur aus dem Alten Testament. Das Neue Testament hatte er noch nicht. Wir geben ihm eins und zeigen ihm darin einige Stellen über das Verhältnis von Mann und Frau, die sich aus der alttestamentlichen Schöpfungsordnung heraus logisch ergeben.
"Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden" (1. Kor. 14,34-35).
Oder: "Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrsche." (1.Tim. 2,11-12)
Aber auch: „Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien im Herrn … sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft." (Phil 4,2-3).
Und wir lesen, wie Paulus die Phöbe wertschätzt, die in der Gemeinde in Kenchräa diente (Rö.16,1). Sie soll den wichtigsten Brief des NT, den Römerbrief, von Korinth nach Rom bringen.
Oder wir lesen von zwei Töchtern des Philippus, die im Haus ihres Vaters weissagten (Apg. 21,8-9).
Noch viele andere Frauen werden im NT in ihrem Dienst erwähnt und wertgeschätzt. Zum Beispiel Priscilla, die gemeinsam mit ihrem Mann Aquila den Apollos in ihr Haus aufnahm und im Glauben unterrichtete. (Apg. 18,24-26) Oder Lydia, die erste Christin in Europa, die sofort ihr Haus als Basis für die erste Gemeinde in Europa zur Verfügung stellte (Apg. 16,13-15).
Aber was unser Freund aus Beröa niemals finden wird, weder im Alten Testament, noch im Neuen Testament ist, dass Frauen öffentlich, vor einer Gemeindeversammlung von Frauen und Männern die Leitung innehatten oder das Wort Gottes gepredigt haben.
Und warum? Weil im Neuen Testament nichts geschrieben steht, was im Widerspruch zur Schöpfungsordnung ist.
In Bezug auf die Annahme des Glaubens, die Erlösung von unseren Sünden und die Beziehung zu unserem Herrn gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau!
„Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“ (Galater 3,27-28)
Aber in der Zuordnung der Geschlechter hier auf dieser Erde macht Gott sehr wohl noch Unterschiede. Denn
"der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist...“ (Epheser 5,23)
Und warum ist der Mann das Haupt der Frau?
"der Mann kommt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen." (1.Kor. 11,8-9)
Ist das eine Abwertung der Frau? Absolut nicht. Wer das meint, der müsste dann auch fragen: Ist es eine Abwertung für Jesus Christus, wenn Gott das Haupt des Christus ist? Denn wir lesen:
"Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus." (1.Kor. 11,3)
Um die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ohne Zweifel klarzustellen, betont die Bibel es nochmals: "Doch ist im Herrn weder der Mann ohne die Frau, noch die Frau ohne den Mann. Denn gleichwie die Frau vom Mann kommt, so auch der Mann durch die Frau; aber alles kommt von Gott." (1. Kor. 11,11-12)
Es geht also nicht um Bewertung sondern um Ordnung! Um die Schöpfungsordnung! Im Himmel wird einmal alles anders sein. Aber solange die Schöpfung besteht, sollten wir uns an diese Ordnung halten. Darum hat der Herr Jesus, der alle Ordnungen Gottes vollkommen erfüllte, und der Frauen immer mit großer Wertschätzung und Liebe gegenübertrat, trotzdem keine Frau in den Apostelkreis berufen.
Der Zeitgeist hat uns heute etwas anderes in unser Denken eingepflanzt. Aber wir sollten uns bewußt machen, dass es nur ein kleiner Teil der Welt ist, in welcher der Zeitgeist in dieser Form sein Unwesen treibt, nämlich nur in der westlichen Welt. Etwa 70 Prozent aller Christen weltweit gehören Kirchen an, die noch die biblische Schöpfungsordnung beachten und die Frauenordination ablehnen.
Außerdem gab es in allen Jahrhunderten seit Pfingsten in dieser Frage in der ganzen Christenheit immer eine klare Übereinstimmung. Die Frauenordination wurde erst in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts schrittweise in die ev. Kirche Deutschlands eingeführt. Bemerkenswerterweise war das eine Epoche, in der auch viele andere Gebote Gottes nicht mehr respektiert wurden. Man nannte das nicht Ungehorsam, sondern "Kulturrevolution".
Echte Gotteskinder hören weder auf die Kultur, noch auf den Zeitgeist, sondern allein auf den Heiligen Geist. Und der lässt sich hören im Wort Gottes, in der Bibel. Die müssen wir lesen, oder besser, darin studieren... so wie der zeitreisende Beröer es gerade macht, dessen erstaunter Ausruf von eben: "Was macht die Frau denn da?", nun eine Antwort gefunden hat. Er erkennt, wie verbogen und wie falsch die "moderne" Christenheit geworden ist weil sie das heilige Wort Gottes nicht mehr ernst nimmt. Er ist froh, bald wieder zuhause zu sein.