In der Gewissheit, dass der ehrfurchtgebietende Schöpfer unser liebevoller Erlöser ist, können sich Christen an der überwältigenden Majestät des Schöpfers erfreuen. In der Tat ist die Betrachtung der Herrlichkeit Gottes, wodurch unser furchtsames Staunen über ihn angefacht wird, das Herzstück eines gesunden christlichen Glaubens. "Wir alle aber spiegeln mit aufgedeckten Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur anderen." (2.Kor.3,18). Die Größe Gottes zieht unseren Blick nach oben und weg von uns selbst. Wir staunen über ein Wesen, das größer ist als wir, und werden uns deshalb unserer Kleinheit bewusst. Seine Großartigkeit lenkt unser Denken von unserer Person weg und lockt uns aus unserer täglichen Selbstbesessenheit heraus. Wir entwickeln eine Vorliebe für etwas anderes als uns selbst. Gleichzeitig werden unsere Gedanken gehoben und gereinigt, wenn wir den betrachten, der unendlich größer und reiner ist als wir.
Die Tragödie ist, dass eine solche Erkenntnis Gottes um ihrer selbst willen von Christen gewöhnlich als intellektueller, unpraktischer Luxus angesehen wird. Wir mögen Bücher, die uns zeigen, "wie man ..."; wir mögen Predigten, die uns zum Tun auffordern, weil sich das produktiver anfühlt, was ja nicht falsch ist. Doch die Schrift sagt:
"Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen." (Joh. 17,3)
Inmitten unseres hektischen Lebens, unserer Herausforderungen und Prüfungen ist es die erquickende Betrachtung der Herrlichkeit Gottes, die uns die richtige, größere, gesündere, glücklichere Perspektive auf alles, was wir durchmachen, schenkt.
(Quelle: "Gottesfurcht - eine überraschend gute Nachricht", Michael Reeves, Seite 89)