Wie kann man nur auf so einen Gedanken kommen, dass die Hölle ein Beweis für die Liebe Gottes sein soll? Dieser überaus schreckliche Ort, von dem es in der Bibel heißt, dass dort Menschen in alle Ewigkeiten vom Feuer und "stechenden Würmern" gequält werden, ohne jede Hoffnung, dass sich das jemals ändern wird! Ich zitiere: "Und wenn dich dein Auge verführt, so wirf’s von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht." (Markus 9,48)
Die Antwort auf diese zunächst verwirrende Frage ist klar und logisch:
Die Hölle muss es geben, sonst wäre Gott kein Gott der Liebe!
Das muss erklärt werden:
Wir Menschen sind Ewigkeitswesen weil wir einen Teil von Gott in uns haben. Und was von Gott ist, kann niemals sterben. Dieser Teil ist der Geist, den Gott dem Adam eingehaucht hat, nachdem er ihn aus dem Staub der Erde geschaffen hatte. So wurde Adam zu einem lebendigen Wesen.
"Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen." (1. Mose 2,7)
Jeder Mensch hat diesen Odem (Geist) aus Gott. Es ist nicht der Heilige Geist, den Menschen nur bekommen, wenn sie sich zu Jesus Christus bekehren. Es ist der unerlöste, in Sünde gefallene Geist des Menschen, der uns von Gott gegeben wurde, der aber für Gott wegen der Sünde tot ist, aber für uns, bzw. in uns noch lebt. Das unterscheidet uns von den Tieren, die zwar auch durchaus eine Seele haben können (Hundebsitzer z.B. wissen das), die aber keinen Geist haben. Darum können Menschen religiös sein. Tiere sind niemals religiös.
Also, dieser Geist in uns kann nicht sterben, weil er von Gott kam. Auf dieser Ebene sind wir unsterbliche Wesen. Der Körper stirbt, weil dies die Strafe für Adams Sünde ist. Auch der Geist ist in diesem Zustand der Sünde nicht zu einer Beziehung mit Gott fähig. Aber er existiert in diesem gefallenen Zustand ewig. Und damit ist klar, dass der unerlöste Geist des Menschen nach dem Tod ja irgendwohin muss.
Wohin geht der Geist eines Menschen, der zu seinen irdischen Lebzeiten Gott prinzipiell ablehnte, der mit Gott überhaupt nichts zu tun haben wollte (es gibt unzählige solcher Menschen!)? Wäre es diesem Menschen gegenüber nicht respekt- und lieblos, wenn er nach dem Tod gezwungen würde, mit einem Gott zusammenzusein, den er nie haben wollte?
Ein Gott, der die Liebe ist, respektiert menschliche Entscheidungen absolut. Wenn also Menschen mit ihm nichts zu tun haben wollen, sie aber ewig existierende Wesen sind, dann nötigt die Liebe Gott dazu, einen Ort zu schaffen, an dem er selbst nicht anwesend ist, damit solche Menschen dort ohne ihn existieren können.
Ein Ort aber, wo Gott nicht ist, ist immer ein schrecklicher Ort. Dazu muss nichtmal ein Feuer geschürt, oder Würmer gezüchtet werden. Gott allein ist Herrlichkeit und Schönheit. Ohne ihn gibt es keine Herrlichkeit und Schönheit! Und wenn man die Erde betrachtet, findet man ein Prinzip dazu: Je weniger Gott, desto weniger schön.
Darum ist diese Erde übrigens noch so schön, trotz aller Mängel. Weil Gott sich von ihr noch nicht völlig zurückgezogen hat. Das ist auch fair und gerecht von Ihm. Denn die Menschen haben sich nicht zu 100% aus freiem Willen gegen Gott entschieden, sondern wurden vom Satan verführt. Und wir alle, die wir seitdem unter der Erbsünde geboren werden, können nichts dafür, dass Adam sich hat verführen lassen. Darum kann Gott Seine Herrlichkeit, Schönheit und Lebenskraft immer noch zu Teilen mit dieser Erde verbinden, ohne in Seiner Gerechtigkeit beschädigt zu werden. Das ist der einzige Grund, warum es auf der Erde, trotz all der boshaften, satanischen Dinge, die hier geschehen dürfen, auch noch so schön ist.
In der Welt Satans und seiner Dämonen ist nichts mehr schön. Sie haben im Angesicht, und in der direkten, unverhüllten Gemeinschaft mit Gott gegen ihn rebelliert, ohne dass sie von irgendwem dazu verführt worden wären. Darum ist an ihnen nichts Schönes mehr. Darum sind sie nicht mehr in der Lage, auch nur ein kleines bisschen Gutes zu tun. Sie sind nur noch abgrundtief böse und hässlich. Sie können auch nie mehr Buße tun und somit gerettet werden, wie das bei uns Menschen noch möglich ist.
Wir Menschen können dagegen während unseres Erdenlebens noch Buße tun und gerettet werden. Aber sobald wir gestorben sind, und unser Geist dem Schöpfer in seiner unverhüllten Heiligkeit und Herrlichkeit gegenübersteht, kann es auch bei uns keine Veränderung mehr geben. Wenn wir im Erdenleben nicht das Angebot Gottes zur Vergebung unserer Sünden angenommen haben, können wir es in der Sekunde nach unserem Sterben nicht mehr annehmen. Solche Menschen können es in Gottes heiliger Nähe nicht aushalten. Sie wollen nur eines: von seinem Angesicht entfliehen (Offenbarung 20,11)
Aber wohin?
Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist! Außer dem Ort, den Gott geschaffen hat, wo er seine Gegenwart vollkommen zurückgezogen hat. Das ist die Hölle.
Hier wären noch einige detailierte Unterschiede (zwischen dem Totenreich und der Hölle z.B.) aufzuzeigen, was hier zu weit führen würde. Ich empfehle dazu den ausführlichen Vortrag von Roger Liebi auf youtube.
Wenn wir verstanden haben, dass es nichts Gutes außerhalb Gottes gibt, dass es keine Existenz außerhalb seiner Allgegenwart und Herrlichkeit gibt, dass der Mensch ein ewiges Wesen ist, und dass Gott die Entscheidungen der Menschen absolut respektiert (weil die Liebe das eben so macht), dann wird es völlig logisch, dass es die Hölle geben muss! Und dass sie eine Konsequenz der Liebe Gottes ist!
Denn nochmal: Gott musste einen Ort schaffen, wo er selbst nicht anwesend ist, um das Recht von Menschen zu respektieren, die ohne ihn sein wollen. Und dieser Ort kann nur eine Hölle sein. Denn so wie der Himmel, wo Gott zu 100% anwesend ist, der herrlichste Ort ist, so ist die Hölle, wo er zu 100% nicht anwesend ist, der schrecklichste Ort.
Darum ist die Existenz der Hölle ein Beweis für die Liebe Gottes.