Atmen wir den Heiligen Geist? Oder gehorchen wir ihm?

Gottesdienst zu Pfingsten am 08.06.2025

Die Predigt begann mit der Frage, ob wir folgender Aussage zustimmen würden: „Ich glaube nur, was ich sehe!“ Damit leitete der Verkündiger zur Tatsache über, dass man das Geschehen um den Heiligen Geist nicht sehen kann, genauso wenig, wie man die Luft sehen kann, die man atmet. Seine humorvolle Konsequenz: "wer nur glaube, was er sehe, müsse eigentlich mit dem Atmen aufhören".

Er las den Predigttext (Apg. 2,1-21) vor, wobei er wichtige Abschnitte einfach wegließ, u.a. die Verse 19 und 20, wo vom Zorn Gottes die Rede ist ("der große und mächtige Tag des Herrn").

Was zu kritisieren ist, war seine Aussage, dass Lukas hier in starken Bildern versucht habe, das Unerklärliche erklärbar zu machen. Ach, es tut mir wirklich weh, dass ein so sympathischer Mensch, der schon Jahrzehnte in der Verkündigung steht, offensichtlich nicht an Wunder glauben kann. Was ist daran so schwer, zu glauben, dass Lukas hier keine "Bilder" beschreibt, sondern ein wirkliches Erlebnis? Auch wenn dieses akustische Phänomen des gewaltigen Rauschens und die optischen Erscheinungen, die wie Feuerzungen aussahen, unerklärlich waren, so waren sie doch reale Erfahrungen, und nicht nur „Bilder“! Warum soll der Allmächtige so etwas nicht können? Da lacht der drüber!

Im Schlußsatz hieß es dann: „Der Heilige Geist umgibt und erfüllt uns. Wir brauchen bloß zu atmen.“ Mit dieser etwas esoterisch anmutenden Aussage unterstrich der Verkündiger seine ganze Predigt insofern, dass in ihr immer nur der schenkende, passive Teil der Sicht auf den Heiligen Geist vorkam. Was komplett fehlte, war der aktive Part, also der Teil, den wir tun müssen, um mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Ich sage ja nicht, dass es verkehrt ist, den passiven Teil zu betonen. Denn der Empfang (passiv!) des Heiligen Geistes ist ein Geschenk! Aber es ist eben auch mehr als das! Und warum wird das nie gepredigt?

Es ist immer dasselbe in dieser Gemeinde! In ihr gibt es nur einen süßlichen, pampernden, nie strafenden, nie zornigen und ausschließlich liebenden Gott. Blöd nur, dass es den nicht in der Realität gibt!

Was ist nun unser aktiver Teil, der zum Empfang des Heiligen Geistes nötig ist, und der in dieser Gemeinde in den letzten gut zwei Jahren nicht ein einziges Mal verkündigt wurde? (jedenfalls nicht, wenn ich im Gottesdienst war)

Wir bekommen den Heiligen Geist durch 1. Buße tun, 2. Glauben an Jesus Christus und 3. unseren Gehorsam! Wobei Punkt 3. weniger eine Bedingung für den Empfang ist, als viel mehr für die dauerhafte Erfüllung mit Ihm (Epheser 4,30).

Die biblische Begründung dazu:

Zu 1 (Buße tun):

„und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder? Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen". (Apg.2,37-38)

zu 2 (glauben):

„In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“

zu 3 (gehorchen).:

„Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.“ (Apg 5,32)

Buße, bzw. Umkehr, Glaube und Gehorsam sind der aktive Teil, den wir tun müssen. Nichts davon wurde in der Predigt erwähnt. Und so war diese Predigt wieder leider nur die halbe Wahrheit.

Mein Gebet für diesen Verkündiger ist: "Herr, rechne ihm diese Halbwahrheiten nicht zu und schenke ihm den Glauben, dass er Dich in Deiner unfassbaren Größe erkennen möge, und sieht, wie Dir ein paar Feuerflammen und ein bisschen Wind nur ein müdes Lächeln abnötigen. Amen!"

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